AHG-Südharz und Kreissportbund Nordhausen setzen langjährige Kooperation fort – vom „Projekt Seepferdchen“ bis zur Ausbildung neuer ehrenamtlicher Übungsleiter
Manche Partnerschaften erkennt man nicht an großen Worten, sondern daran, was am Ende tatsächlich bei den Menschen ankommt. Bei der langjährigen Zusammenarbeit zwischen der Arbeitsgemeinschaft Harzer Gipsunternehmen (AHG-Südharz) und dem Kreissportbund Nordhausen sind das unter anderem Kinder, die schwimmen lernen, und junge Menschen, die als ausgebildete Übungsleiter Verantwortung übernehmen.
Diese erfolgreiche Zusammenarbeit wird fortgesetzt. Für den KSB Nordhausen ist das weit mehr als eine klassische Sponsoringvereinbarung. Die Unternehmen der AHG unterstützen seit Jahren gezielt Projekte, die unmittelbar in die Region hineinwirken und dort ansetzen, wo Unterstützung besonders gebraucht wird.
Zur Arbeitsgemeinschaft gehören unter anderem CASEA, Knauf und Saint-Gobain Formula. Seit vielen Jahren bekennen sich Vertreter der Unternehmen öffentlich dazu, den Sport und das Ehrenamt im Südharz langfristig unterstützen zu wollen. Dabei wurden gerade das Schwimmprojekt „Seepferdchen“ und die Ausbildung von Trainerinnen und Trainern als zentrale Schwerpunkte benannt.
Schwimmen lernen, bevor das Schulschwimmen beginnt
Eines der sichtbarsten gemeinsamen Projekte ist inzwischen das „Projekt Seepferdchen“. Gemeinsam mit der Gipswirtschaft schuf der KSB zusätzliche Möglichkeiten, damit insbesondere Vorschulkinder frühzeitig erste und wichtige Erfahrungen im Wasser sammeln können.
Der Gedanke dahinter ist bis heute aktuell: Schwimmenlernen darf nicht erst dann beginnen, wenn ein Kind erstmals mit seiner Schulklasse am Beckenrand steht.
Kinder sollen möglichst schon vor dem Eintritt in den regulären Schulschwimmunterricht Sicherheit im Wasser entwickeln, Ängste verlieren und grundlegende Schwimmfähigkeiten erwerben. Das hilft nicht nur den Kindern selbst. Es schafft zugleich bessere Voraussetzungen dafür, dass der spätere Schulschwimmunterricht tatsächlich auf vorhandenen Erfahrungen aufbauen kann.
Wie groß die Wirkung inzwischen ist, zeigen die Zahlen: Allein für das Jahr 2024 berichtete der KSB davon, dass über das „Projekt Seepferdchen“ 250 Vorschulkindern das Schwimmen beigebracht werden konnte.
Hinter jeder dieser Zahlen steht ein Kind, das sich anschließend sicherer im Wasser bewegt. Genau darin liegt für den Kreissportbund der besondere Wert dieses Projektes.
Das Badehaus Nordhausen ist dabei ein wichtiger Partner. Das Bild dieses Artikels steht deshalb sinnbildlich für die Zusammenarbeit: Jens Eisenschmidt vom Badehaus Nordhausen, Andreas Hübner von CASEA und Patrick Börsch vom Kreissportbund Nordhausen zeigen gemeinsam, dass solche Projekte nur funktionieren, wenn Wirtschaft, Sport und die Einrichtungen vor Ort an einem Strang ziehen.
Ehrenamt braucht Menschen – und Menschen brauchen Ausbildung
Der zweite Schwerpunkt der Zusammenarbeit ist weniger sichtbar als ein Schwimmkurs, für die Zukunft des Sports aber mindestens genauso wichtig: die Gewinnung und Ausbildung neuer ehrenamtlicher Übungsleiterinnen und Übungsleiter.
Fast jeder Sportverein kennt inzwischen dasselbe Problem. Kinder und Jugendliche möchten Sport treiben, Mannschaften und Gruppen sind teilweise gut gefüllt, doch es fehlen Menschen, die bereit und qualifiziert sind, Training anzuleiten und Verantwortung zu übernehmen.
Ohne Übungsleiter gibt es auf Dauer keine Trainingsgruppen. Ohne Trainer keinen Nachwuchs. Und ohne Menschen, die nach Feierabend ehrenamtlich in einer Sporthalle, auf einem Sportplatz oder in einem Schwimmbad stehen, funktioniert der organisierte Sport nicht.
Genau deshalb geht der KSB gemeinsam mit seinen Partnern einen besonderen Weg: Die Qualifizierung beginnt bereits während der beruflichen Ausbildung.
An der provita-Akademie Nordhausen ist die Ausbildung zum Übungsleiter C im Breitensport seit vielen Jahren eng mit der schulischen Ausbildung verbunden. Der Vorteil, wesentliche Teile der 120-stündigen Qualifizierung sind im den Lehrplan der beruflichen Ausbildung integriert. Besonders für angehende Erzieherinnen und Erzieher sowie Beschäftigte in pädagogischen Berufen entsteht dadurch eine wertvolle Zusatzqualifikation.
Die angehenden Übungsleiter beschäftigen sich dabei nicht nur mit Trainingslehre. Bewegungsförderung, die Planung und Durchführung von Sportstunden sowie Grundlagen der Organisation und des Vereinsmanagements gehören ebenfalls zur Ausbildung. Ziel ist es, junge Menschen so zu qualifizieren, dass sie später selbstständig Sportangebote insbesondere für Kinder und Jugendliche durchführen können.
Im vergangenen Schuljahr konnten an der pro vita Akademie erneut 12 junge Menschen erfolgreich zu Übungsleiterinnen und Übungsleitern ausgebildet werden. Für das Schuljahr 2026/2027 wird mit 25 Teilnehmer ein neuer Kurs in Planung.
Hier entsteht ein Mehrwert für die Region, der sich nicht unmittelbar in Euro beziffern lässt: neue Kompetenz, neues ehrenamtliches Potenzial und im besten Fall viele Jahre Engagement für Kinder, Jugendliche und den Sport in unserer Region.
Ein vergleichbares Modell besteht auch am Staatlichen Berufsschulzentrum Nordhausen, Schulteil 2 in der Morgenröte. Dort können unter anderem angehende Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten im Rahmen ihrer Ausbildung die Übungsleiter-C-Lizenz erwerben. Die Schule selbst beschreibt die enge Kooperation mit dem KSB und die Möglichkeit dieser zusätzlichen Qualifikation.
Damit entsteht ein Kreislauf, von dem die gesamte Region profitiert: Junge Menschen werden qualifiziert, bringen ihr Wissen später in Kitas, Schulen oder Sportvereine ein und sorgen wiederum dafür, dass Kinder frühzeitig Freude an Bewegung und Sport entwickeln.
„Das ist keine Unterstützung für einen Moment“
Für Andreas Hübner, Geschäftsführer von CASEA und Vertreter der AHG-Südharz, ist genau diese Nachhaltigkeit entscheidend:
„Wir leben und arbeiten hier im Südharz. Deshalb gehört für uns auch dazu, Verantwortung für diese Region zu übernehmen. Wenn durch unsere Unterstützung Kinder schwimmen lernen und junge Menschen zu Übungsleitern ausgebildet werden, dann kommt dieses Engagement unmittelbar bei den Menschen an. Viele unserer eigenen Mitarbeiter sind selbst in Vereinen aktiv und wissen, wie wichtig ehrenamtliche Arbeit ist. Genau deshalb unterstützen wir diese Projekte aus Überzeugung und wollen diesen gemeinsamen Weg weitergehen.“
Schon in der Vergangenheit hatte Hübner darauf hingewiesen, dass viele Mitarbeiter der beteiligten Unternehmen selbst in Sportvereinen aktiv sind und regionale Unternehmen deshalb auch etwas an die Region zurückgeben sollten.
Auch Patrick Börsch, Geschäftsführer des Kreissportbundes Nordhausen, sieht in der Zusammenarbeit inzwischen weit mehr als eine klassische Partnerschaft:
„Die Gipser reden nicht nur über regionale Verantwortung, sie übernehmen sie seit Jahren. Und zwar dort, wo es für uns wirklich zählt. Wenn ein Vorschulkind durch unser Projekt seine Angst vor dem Wasser verliert und schwimmen lernt, ist das ein Erfolg. Wenn eine junge Frau oder ein junger Mann die Übungsleiterlizenz bekommt und später eine Kindergruppe übernimmt, ist das genauso ein Erfolg. Das sind Dinge, deren Wirkung weit über einen einzelnen Projekttag hinausgeht.“
Börsch macht zugleich deutlich, dass gerade die Verlässlichkeit der Unterstützung einen entscheidenden Unterschied macht:
„Für uns als Kreissportbund ist Planungssicherheit enorm wichtig. Wir wollen nicht jedes Jahr überlegen müssen, ob ein erfolgreiches Projekt vielleicht wieder eingestellt werden muss. Mit der AHG haben wir Partner, mit denen wir langfristig denken können. Dafür sind wir sehr dankbar. Diese Zusammenarbeit ist ein Beispiel dafür, wie regionale Wirtschaft und organisierter Sport gemeinsam etwas schaffen können, was einer ganzen Region zugutekommt.“
Genau deshalb ist die Fortsetzung der Zusammenarbeit zwischen der AHG-Südharz und dem Kreissportbund Nordhausen eine gute Nachricht für den gesamten Sport im Landkreis.
Denn am Ende geht es nicht um Gips, Logos oder Sponsorenbanner.
Es geht um Kinder, die schwimmen können. Um junge Menschen, die Verantwortung übernehmen. Und um Vereine, die auch morgen noch Menschen haben




